Beispiele Lyrik

Weiße Slips

Die weißen Slips im kleinen

Karton,  mit Engeln darauf

 

Sind das Erbe der

verrückten Patentante

 

Sie starb viel zu früh

Die weißen Slips im kleinen

Karton, wer trägt sie nun?

 

© Martina Burandt,

veröffentlicht in:  "Mein durstiges Wort gegen die flüchtige Liebe", Elif Verlag, Nettetal, Oktober 2016

 

Königin ohne Reich

Hab kein Leben, hab nur Rosen

Ich, Königin ohne Reich

Lieben und Hassen steht mir nicht zu

Sagen sie

Schlagen mich, erniedrigen mich, verjagen mich

Setze mir selbst die Dornenkrone auf

Hülle mich in Gewänder

Mein Schutz meine Zuflucht

Mein Leid, mein Schmerz

Gewebt aus Hoffnungen und Träumen 

Erzählen sie von gelebten Jahren

Zwischen den Welten

Halte die Rosen gut verborgen

Hüte meinen Schatz

Für den Tag, an dem die Liebe siegt

 

© Martina Burandt,

veröffentlicht in:  "Mein durstiges Wort gegen die flüchtige Liebe", Elif Verlag, Nettetal, Oktober 2016

http://elifverlag.de/produkt/lyrikanthologie-mein-durstiges-wort-gegen-die-fluechtige-liebe/

 

Heute nicht mehr

Ihr fühlt euch sicher.

Das kann es heute nicht mehr geben, sagt ihr.

Doch sie sind mitten unter uns.

Hasserfüllt verdrehen sie uns den Blick.

Schüren Angst. Und die isst bekanntlich Seelen auf.

Und ohne Seelen: keine Demokratie.

Lasst sie ihre Lügen nicht weiter verbreiten.

Steht auf gegen den rechten Wahnsinn.

Bevor es zu spät ist.

© Martina Burandt, o1/2012, veröffentlicht in WortNetz/VS-Mitgliederzeitschrift; ver.di, Ausgabe 02/2012

 

All dieses Schweigen

Großvater, mit dem Hinkebein - wie Kapitän Ahab

saß er in der Schreibstube des Verschiebebahnhofs.

Seine Taten wagt niemand in Worte zu fassen.

Wuchsund wuchs dabei - neben der kleinen Frau an seinerSeite,

die ihm elf Kinder gebar.

Der Lohn: Das Mutterkreuz vom Führer und der frühe Tod.

Alles Schweigen, verdrehte Wahrheiten - immer wieder neu geweckt.

Gedankenlos gehen wir heute wieder auf Fremde los.

Das Morden geht weiter, wie die Dummheit:

Dönermorde, was für ein Wort.

© Martina Burandt 01/2012

 

 

Im Paradies
(nach Jandl, 11/2014)

 

Sieht Land - Land in Sicht!

Sieht sich schon ankommen - Im Paradies

Streicht sich noch einmal die Haare glatt

Lächelt sich erleichtert zu

Geschafft!

Gratuliert sich zu seinem neuen Zuhause

Sieht Milch und Honig, Lachen und Mut

 

Gibt sich von innen einen Schubs

Schwimmt sich selbst entgegen

Wirft sich einen Rettungsring zu

Zieht sich an den Haaren aus dem Nass

Sinkt in seinen Schoss nieder

wickelt sich in warme Decken

 

Und schluchzt und weint

Schnappt nach Luft

Reicht sich einen Becher heißen Tee

Und spricht sich zu:

Du bist angekommen

Im Paradies

 

Und schnappt nach Luft

Und schuftet und kämpft

Und wieder, wieder

Wasser und Wellen

Die brechen, die brausen, die reißen

Und Tiefe, die zieht

 

Da nimmt er sich fest in die Arme

Klammert sich fest an sich selbst

Träumt „Land in Sicht!“

Versinkt im Dunkel

Vorm Paradies

© Martina Burandt, 2013

 

 

Shadia Al Khali
(07/2012)

 

Will nicht mitschwimmen

Schwimmt gegen den Strom

Sagt sie, achteinhalb Jahr

Und bleibt auf dem Trockenen

In Tücher gehüllt - das glänzende Haar

Shadia Al Khali

Darf nicht mitschwimmen

Schwimmt gegen den Strom

Sagt Vater ganz fromm

Die Mutter bleibt still

In Tücher gehüllt - wer weiß, was sie will?

Shadia Al Khali

Soll mitschwimmen

So macht man das hier

Drängen alle ganz klug

Shadia steht starr

Wo bleibt dein Badeanzug?

Shadia Al Khali

Achteinhalb Jahr

Geschichten wie deine

Die niemals enden

Wie tausend und eine

Wovon träumst du des nachts?

Shadia Al Khali - Sängerin der Wüste

Denk Scheherazade

Schwester, Mutter, Tochter, Ahnin

Ich sehne für dich:

Reiß ab die Fassade - und tanze und sing

Dein Leben liegt in deinen Händen! 

© Martina Burandt, 2013

 

 

Die Rub al-Chali (arabischالربع الخاليar-Rubʿ al-Chali, DMG ar-Rubʿ al-Ḫālī ‚Leeres Viertel‘), auch Rub al-Khali, ist die größte Sandwüste der Erde. Die fast menschenleere Wüste bedeckt das südliche Drittel der Arabischen Halbinsel. Sie ist – ähnlich der Sahara – durch den Passatwind bedingt, eine Wendekreiswüste.

 

 

Der Nachname des Mädchens ist von El Khatib auf Al Khali von mir geändert worden, der Vorname von Chadya auf Shadia; der arabische Name Shadia bedeutet Tänzerin: Chadya wollte - nach einem Artikel im Weser Kurier 2012 - nicht am schulischen Schwimmunterricht teilnehmen - ein Rechtsstreit.

 

Vom 4. bis 10. Dezember 2015 war ich wieder mal beim Butoh-Intensivworkshop von Tadashi Endo in Göttingen (siehe auch unter: www.tadashi-endo.de). Unter anderem entwickelten wir diesmal unsere Tänze unter Zurhilfenahme der Technik der Gedichtform Haiku.

Folgende Gedichte habe ich dort neu geschrieben, die ich im Weiteren für "meinen Butoh" sowie für meine anderen Künste als Anregung nutzen werde:

Seit gestern fällt Regen rückwärts

Wann finde ich unter meinen Apfelbaum?

Heute noch tanze ich Wüstensalz

Martina Burandt 12-2015

Sturm fegt die Pusteblume kahl

Wenn sieben kleine Mönche im Regen tanzen

Dann dürstet mich nach Staub

Martina Burandt 12-2015

Beispiele Prosa

 

Früher war das Leben leichter

 

Mit gekrümmten Rücken schlurfte er auf nackten Füßen durch die Küche. Den alten Bademantel um die hängenden Schultern gehüllt wie über einen alten Sessel. Er schaute durch das Fenster in den kleinen Garten. In der Nacht hatte es endlich aufgehört zu regnen. Er fasste sich fest an den Nacken und knetete die welke Haut rechts und links neben der Halswirbelsäule. Sein Kopf schmerzte dumpf. War vielleicht ein Gläschen zu viel gestern Abend. Es wurde immer öfter eins zuviel in den letzten Wochen. Aber es war die einzige Möglichkeit für ihn, zur Ruhe zu kommen und irgendwann doch einzuschlafen. Seit sie nicht mehr da war.

 

Er öffnete die Terrassentür und trat hinaus auf die alten Betonfliesen, die schon weitestgehend getrocknet waren. Der Himmel war grau-verhangen. Ab dem Nachmittag hatten sie milde Herbstsonne angekündigt. Jetzt noch kaum vorstellbar. Er hörte Stimmen aus dem Garten des Nachbarhauses und Geklapper von Geschirr. Von irgendwo anders her ertönte auch Musik. Er rieb sich die Augen. Der Boden war angenehm kühl und nicht zu kalt. Er holte sich den alten Biedermeierstuhl mit dem grünen Samtsitz aus der Küche auf die Terrasse und ließ sich erschöpft darauf nieder. Ein Satz seiner Tochter aus Kinderzeiten kam ihm in den Sinn, drehte und wendete sich im Kopf wie der Refrain eines Schlagers. „Früher war das Leben leichter.“

Er stützte seine Unterarme auf die Oberschenkel, ließ Kopf und Oberkörper nach vorn sinken und starrte sich auf seine hornigen Füße. Die Zehennägel hatten es mal wieder dringend nötig geschnitten zu werden. Es mag auf den ersten Blick banal erscheinen, aber gerade über seine Zehen hatten sie sich des öfteren gestritten. Die sind lebensgefährlich, hatte sie dann geschimpft. Das sind Waffen! Und dann hatte sie ihn meist von sich gewiesen. Er hatte das nicht ernst nehmen wollen. Die Beschaffenheit der Zehennägel hielt er für den Bestand einer großen Liebe für äußerst unwichtig. Sie fand es wichtig. Und für ihn war sie immer richtig. Damals mit Mitte Zwanzig genauso wie später, als sie begannen, alt zu werden.

 

Neben der Terrasse war ein Rascheln zu hören und Gemaunze. Er erkannte im Gebüsch die junge Katze des Nachbarn. Ein hübsches Tier mit graubraunem Tigerfell und blauen Augen. Er schnalzte mit der Zunge und versuchte sie heran zu locken. Sie schaute ihn fragend an. Er riss einen langen Faden aus dem verschlissenen Frotteestoff seines Bademantels und versuchte es erneut, indem er den Faden vorsichtig über den Boden vor seinen Füßen zog. Die kleine Katze machte einen Satz, verfehlte aber den Faden, den er rechtzeitig hochgezogen hatte. Ein Lächeln entwischte seinem müden und faltigen Gesicht. Der kleine Tiger setzte sich vor seine Füße wie eine Statue und starrte ihn unbeweglich an. Er bemühte sich, unbeweglich zurück zu starren, wurde jedoch bald schon aus dem Spiel gerissen.

 

Jemand hatte die Musik lauter gedreht. Er erkannte Janis Joplins „Me & Bobbie McGee“. Wie automatisch summte er die Melodie mit. Den Song kannte er in- und auswendig:

Freedom is just another word for nothing left to lose,
Nothing don't mean nothing honey if it ain't free, now now.
And feeling good was easy, Lord, when he sang the blues,
You know feeling good was good enough for me,
Good enough for me and my Bobby McGee.

 

Sie hatten immer wieder darüber philosophiert, was Janis über ihre Liebe zu Bobbie McGee sang. Stimmte es, dass man nur fähig zu tiefer Liebe und wirklich frei und glücklich sein konnte, wenn man alles verloren hatte? Sollte man alles verlieren oder nur loslassen? Und was war der Unterschied? Er verhedderte sich mal wieder in Gedanken. Aber in einem war er klar: Genau wie Bobbie McGee kannte er alle Winkel ihrer Seele, all secrets of her soul.

 

Das Kätzchen legte den Kopf wieder schief. Er summte weiter und hatte plötzlich ihr Gesicht von damals vor Augen. Sie trug ihr dichtes, schwer zu bändigendes rot gefärbtes Haar gerade schulterlang, ihr Blick war blitzend. Sie hatte damals etwas unglaublich Strahlendes. Sie waren wohl in den  Dreißigern. Sie lagen im Bett, doch er konnte einfach nicht einschlafen. Immer schon gingen ihm viel zu viele Gedanken durch den Kopf. Da bat er sie, ihm etwas vorzusingen. Das erste Lied singe ich alleine, willigte sie müde und belustigt ein. Dann mache ich nur weiter, wenn du mitsingst. Sie begann mit „Heute hier, morgen dort“, dann zusammen „Über den Wolken“ und andere Lagerfeuer-Gassenhauer. Sie kamen immer mehr in Fahrt und probierten schließlich den Joplin-Song „Me & Bobbie McGee”. Ein Höhepunkt! Sie kicherten und lachten wie Kinder. Sie ließen das Licht gelöscht. Selten waren sie sich so nah. Sie schliefen glücklich und tief.

Seine Gedanken schrieben ihr Gesicht in die dunstige Frühherbstluft. Jemand hatte die Musik noch lauter gedreht. In Gedanken übersetzte er den englischen Text:

 

Freiheit ist letzten Endes nur ein anderes Wort dafür, daß Du nichts mehr zu verlieren hast. / Nichts ist zwar nichts  wert, aber kostet auch nichts./ Aber wenn Bobby den Blues gesungen hat, dann war es kein Problem, sich gut zu fühlen./ Und das war gut genug für mich. Und für Bobby McGee.


Seine Hände ruhten auf dem warmen Pelz der kleinen Katze, die sich unbemerkt auf seinem Schoß niedergelassen hatte. Vor seinen Füßen lag der alte Frotteefaden. Ein Fenster wurde geschlossen. Die Musik hörte man nur noch leise. Mit beiden Händen hob er die Katze in die Luft, schaute ihr in die verschlafen blinzelnden Augen. Er drückte sie wie ein Baby vorsichtig an die Brust, seufzte tief und schlurfte mit ihr zusammen zurück ins Haus.

 © Martina Burandt, 03-2012

 

 

Der Meerjungmann

 

Ruth ließ den feinen hellen Sand durch ihre Hände rieseln und starrte auf die Weser. Wasser hatte immer schon eine beruhigende Wirkung auf sie gehabt. Vor dem Rauschen und der Weite des Meeres kapitulierte in Ruths Augen die ganze Welt. Doch schon allein die Ruhe eines Flusslaufes konnte sie dazu bringen, wieder auf den Teppich zu kommen, zu sich Selbst zu finden.

Als junge Frau verbrachte sie einmal allein zwei Wochen Ur-laub an der französischen Mittelmeerküste, in einem kleinen Nest, irgendwo in der Nähe von Perpignan. Am Strand fand sie eine leere Zigarettenschachtel. Es war eine zerdrückte Schachtel Marlboro. Sie hob sie auf. Die Klarsichtfolie knis-terte. Etwas Sand und Feuchtigkeit waren zwischen Pappe und Folie gekommen. Sonne und Salz hatten die Farbe der Aufschrift ausgeblichen. Da entdeckte sie an der Innenseite ein Gekritzel. Der frühere Besitzer hatte Zahlen hineinge-schrieben. Es sah nach einer Telefonnummer aus. Welche Geschichte mochte dahinter stecken, fragte sie sich damals. Und irgend etwas in ihr veranlasste sie, die Schachtel einzu-stecken.

Später, als sie im Bikini auf ihrer Strandmatte lag und auf das Mittelmeer hinausschaute, fiel sie ihr wieder ein. Sie würde bei dieser Nummer heute Abend anrufen. Sie wollte mehr wissen. Was hatte sie schon zu verlieren?

Als sie am nächsten Tag wieder am Strand lag, die Zehen im Sand vergraben, den Kopf unter einem alten Sonnenhut, sah die Welt schon anders aus. Sie hatte am vorherigen Abend tatsächlich mehrmals versucht,  jemanden unter dieser mys-teriösen Nummer zu erreichen. Außer lesen und Musikhören hatte sie an den Abenden hier ohnehin nichts zu tun. Alleine ausgehen war ihr zuwider. Vielleicht war es ja doch keine Te-lefonnummer, zweifelte sie plötzlich. Und vielleicht wäre dies der letzte Versuch gewesen, doch da hörte sie plötzlich eine männliche Stimme am anderen Ende. „Hallo! Wer da ? Ent-schuldigung, ich spreche schlecht Französisch …“, Und so weiter. 

Zuerst gab es ein schreckliches Durcheinander. Aber der Mann mit der jungen Stimme erschien ihr offen, humorvoll und abenteuerlustig. Ruth erklärte in einer Mischung aus Französisch, Englisch und Deutsch, wie sie auf die Idee ge-kommen war, ihn anzurufen. Es  amüsierte ihn. So nannte er ihr seinen Namen und sie verabredeten sich für den kom-menden Nachmittag am Strand.

 

Als sie seine Silhouette in weiter Ferne auf der Promenade sah, war sie sich schon sicher, dass dies der Körper zu der Stimme war, die sie bereits kennen gelernt hatte. Er ging mit einem anderen Mann zusammen. Etwa 100 Meter vor ihrem Standort verabschiedeten sich die beiden. Sie tat so, als sä-he sie ihn nicht kommen. Sie hatte, wie verabredet, den zit-ronengelben Sonnenschirm aufgespannt und ihre große tür-kisfarbene Basttasche darunter gehängt. Sie stellte sich schlafend. Er blieb kurz vor ihr stehen und sagte nichts. Er sah noch jünger aus, als sie sich ihn vorgestellt hatte. Er wirkte wie Anfang 20. Und hübsch war er, nicht besonders groß, dunkelblondes, leicht gewelltes Haar, sonnengebräunte Haut und ein offenes, ebenmäßiges Gesicht.

Einen Moment schien er zu zögern. Dann breitete er vorsich-tig sein Strandlaken neben ihr aus. Er streifte seine Kleidung ab und legte sich in seiner Badehose darauf. Auf dem Bauch liegend, aufgestützt auf seine Ellbogen, schaute er eine Wei-le auf das spätsommerlich müde Treiben am Strand und auf das Meer. Dann spürte sie, wie er sich zu ihr auf die Seite drehte. Er schien sie zu beobachten. Das Spiel gefiel Ruth. Sie dachte nicht im Traum daran, die Augen zu öffnen, ge-schweige denn sich zu bewegen. Auf einmal erschreckte sie sich. Eine zarte Berührung auf ihrem Bauch ließ sie erschau-dern, bis sie spürte, dass dies nur heißer Sand war, den der Jüngling auf ihren Bauch rieseln ließ.

Auch dieses Spiel gefiel ihr. Sanft berührte er sie nach einer Weile mit seinen Händen. Und dann nahm das Spiel eine Wende, die beide die Zeit vergessen ließ. Irgendwann ließ ein starker Geschmack nach Salz Ruth dann doch die Augen öffnen. Die Brauen, die Ohren, die ganze Haut dieses Frem-den war wie bedeckt von einem Schleier aus Salz. Wie schön es war, ihn  zu betrachten. Wahrscheinlich war er vor seiner Ankunft mit seinem Begleiter schwimmen gegangen. Vielleicht war er aber auch dem Meer entstiegen. Gibt es männliche Meerjungfrauen? Die Frage stellt sie sich heute noch.

Irgendwann standen sie beide auf und gingen ins Wasser. Für Ruth war es nur eine Abkühlung. Sie ging ans Ufer, wäh-rend sie sehnsuchtsvoll zusah, wie ihr Augenstern immer weiter hinausschwamm. Langsam ging sie zu ihrem Strand-lager zurück. Es wurde Zeit. Zügig packte sie ihre Sachen zusammen, nahm Schirm und Tasche um dann eilig davon zu gehen. Oben auf der Promenade sah sie sich noch einmal um. Von Weitem sah sie ihn noch immer im Wasser. Er schwamm, als gehörte er für immer dem Meer. Am nächsten Tag reiste sie weiter – auf den Lippen den Geschmack von Salz.

 © Martina Burandt, veröffentlicht in Bremer Texte 1, Anthologie, Edition Temmen, Bremen, 2004