Blog...Houuuuse!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem Gipfel-Plateau des Raton, Drome Provence

 

"Freedom is just another word for nothing left to loose!" (Janis Joplin)

Wann fühlen wir uns frei und gut? Wovon wollen wir uns befreien? Was muss passieren, dass wir so leben, als hätten wir nichts zu verlieren? Und wie sieht unser Leben dann aus?

Hier - im Blog...Houuuuse! leben Lemming, Bu und JJ.

Lemming: Immer ein wenig am Abgrund. Bu: Klebt manchmal fest. JJ: Wird manchmal laut und nimmt nicht alles so tragisch.

Wenn das Wetter gut ist, sitzen sie in ihrem großen Garten und denken und arbeiten und sprechen und spielen und trinken und essen und was man im Leben so tut...

Wenn das Wetter schlecht ist, tun sie das Gleiche in ihrem Houuuuse oder gehen mit Gummistiefeln raus.

 

Der ein oder andere ihrer unaufhörlichen Gedanken, aber auch Fragestellungen, Diskussionen und Behauptungen zu allem, was lebendige Wesen bewegen kann (oder auch nicht...), wird hier, im Blog...Houuuuse!,  nun alle paar Tage unter der Rubrik "Lemming-Bu-und-JJ" zu finden sein.

Andere Beiträge stehen dann und wann dazwischen, so wie auch im "wirklichen Leben" manchmal Dinge dazwischen kommen.

 

Aufgepasst!

Im Blog...Houuuuse! freut man sich auch immer über Besuch.

Deshalb könnt auch ihr, die sogenannten Folger und Folgerinnen - ganz aktiv in diesem begrenzt öffentlichen Raum - denken, sprechen, fragen, antworten, diskutieren und poetisieren.

 

Wir - Lemming, Bu und JJ - freuen uns über Kommentare, Fragen, Gedanken, Bemerkungen - seien es Dreiwortsätze, Stichworte, ganze Artikel, ein Lied oder ein Gedicht.

Mach dich frei!

Hier geht es los:

Im Moment leben - die Lösung?







JETZT!

Der jetzige Moment ist wohl das, was wir am wahrhaftigsten empfinden können. Alte Philosophien sagen, dass wir nur im Hier und Jetzt tiefes Glück erfahren können. Sie raten uns, uns dafür Zeit und Raum zu nehmen. Alles andere sei überschattet von anderen Gedanken, Erinnerungen, Einflüssen.




Der Moment


Ich habe nicht als

die Nacht aus

100 x 100 Nebellichtjahren


Ich habe nichts als

die Stunde aus

60 x 60 Sekunden


Ich habe nichts als den Moment


Der Moment ist meine Schöpfung

die Brücke von meinem

Staubgeist zum Sterngeist


Der Moment ist mein Flügel

zum Flügel des nächsten Moments


Ich habe nichts als den Flügel

Ich habe nichts als die Schöpfung

Ich habe nichts als den Moment


(von Rose Ausländer 1907-1988, aus: die Sichel meiner Zeit zu Heu. Gedichte 1957-1965; s.Fischer Verlag 1985)

4 Kommentare

Freedom

Yaşamak bir ağaç gibi
tek ve hür ve bir orman gibi   
kardeşçesine,
bu hasret bizim.


Leben einzeln und frei
wie ein Baum und dabei
brüderlich wie ein Wald,
diese Sehnsucht ist unser.


von Nâzım Hikmet, wörtliche Übersetzung:

Leben wie ein Baum, einzeln und frei, und brüderlich wie ein Wald, das ist unsere Sehnsucht.




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Kommentare: 5
  • #1

    Rainer (Mittwoch, 05 August 2015 15:12)

    Da will ich mich doch mal trauen:
    Ich glaube daran, dass unser eigentliches Ziel im Leben ist, glücklich zu sein. Aus diesem Glücksgefühl heraus ist der Mensch dann in der Lage, dieses Glück auch nach außen zu tragen, also gut für sich und seine Umwelt zu sein. Somit kann ich mir schon vorstellen, im Leben und in einer Partnerschaft „einzeln und frei“ zu sein und dabei „brüderlich wie ein Wald“ zu leben.
    Das ist für mich eine schöne Vorstellung!
    Meine Idee, um das zu erreichen ist (geklaut aus der Yoga Philosophie): einen wunschlosen Zustand zu erreichen in der mich die Gelassenheit voll und ganz ausfüllt.
    DOCH nun kommt mein innerer Stachel: ist dies auch möglich, ohne als Egoist durchs Leben zu laufen und ohne meinen Mitmenschen dabei zu schaden? Kann ich mich in diesem Zustand auch engagieren um gegen die vielen Ungerechtigkeiten anzugehen von denen wir umgeben sind? Nach der Yoga Philosophie soll dies möglich sein, doch da benötige ich wohl noch ein / zwei Tage, um das zu erreichen…
    Rainer

  • #2

    Franca (Donnerstag, 24 September 2015 21:29)

    Das ist nur ein kurzer Kommentar.., voila: allein dadurch, dass du glücklch zu leben versuchst und eigene Kräfte sammelst, kannst du andere Menschen glücklich machen und ihnen Kraft geben. Allein aus mehreren einzelnen Bäumen kann ein Wald entstehen. Es geht nicht unbedingt darum, "gegen Ungerechtigkeiten anzugehen", aber sich für das Gute stark zu machen.
    Und das hast du dir sogar selbst beantwortet, als du schreibst " der Mensch könne sein Glück in seine Umwelt tragen" .

  • #3

    Rainer (Sonntag, 27 September 2015 11:06)

    Schön formuliert, da hast du sicherlich nicht Unrecht mit und schwuppdiwupp stellt sich bei mir ein Glücksgefühle ein, wenn ich deine Einstellung lese!

  • #4

    Uli (Sonntag, 06 Dezember 2015 17:53)

    Eine kleine Anregung für Rainer: "Altern ist die Gelegenheit, sich selbst - und überhaupt - mehr lieben zu lernen" Ich gehe doch schwer davon aus, dass diese Gelegenheit - richtig genutzt - unbedingt dazu beiträgt, einzeln und brüderlich glücklicher zu sein?!

  • #5

    Jutta (Montag, 29 Februar 2016 19:13)

    Da will ich mich doch nun auch trauen, obwohl seit deinem Kommentar, lieber Rainer, mehr als ein halbes Jahr vergangen ist.
    Aber, so ist das eben, besondere Ereignisse haben oft besondere Folgen. Und heute vor - nein, ich verrate natürlich nicht, vor wie vielen Jahren - geschah etwas ganz Besonderes, etwas,worüber viele Menschen sehr glücklich sind, so auch ich. Und damit, lieber Rainer, bin ich bei deinem und auch Francas Thema: Ich wünsche Dir viel Glück und weiterhin die tolle Fähigkeit, es in deine Umgebung zu tragen!
    Jutta.
    P.S.: Du hast gar nicht das Zeug dazu, als Egoist durchs Leben zu laufen. Das Gegenteil ist längst bewiesen. Frag heute noch Martina!


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Sorglos sein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Martina Burandt 2015, Scholle von unten!

 

Pipilotti Rist, 1962 im schweizerischen Grabs geboren, gilt als Pionierin der zeitgenössischen Videokunst. Nun stellt sie bis zum 27. September 2015 unter dem Ttel "Du wirst sorglos sein" in den Ausstellungsräumen der Kestnergesellschaft in Hannover aus.

Ihre beiden Arbeiten "Worry Will Vanish Horizon" sowie "Sleeping Pollen" aus dem Jahr 2014, die sie in dieser Ausstellung zusammenführt, sind damit zum ersten Mal in Deutschland zu sehen. Wie gewohnt sind sie raumgreidend und tief beeindruckend.

 

"Worry Will Vanish Horizon" ist eine Videoprojektion, die im rechten Winkel über zwei Wände zu sehen ist. Der Raum ist mit einem flauschigen Teppich ausgelegt, auf dem sich mehrere große Kissen befinden, auf und mit denen sich die Besucher es gemütlich machen können. Durch einen Schutzvorhang betreten die Besucher, nachdem sie sich am Eingang die Schuhe ausgezogen haben, diesen Raum wie eine Schutzhöhle ausserhalb des Alltagslebens.

Riesengroß sehen wir Wald, Wasser, Tau auf Pflanzen und in Spinnweben, Landschaften, nah und fern. Wir sehen Haut, Haare, Adern. Eine Frau schwebt scheinbar schwerelos durch diese Welt, verschwindet. Ein Vogel taucht auf, verliert sich  am Horizont. Wir sind unter Wasser, über Wasser.

Die computeranimierten Bilder, die oft geradezu haptisch wirken, sind gleichsam beruhigend wie aufwühlend. Sie sind schön und soghaft. Wir fahren in einen menschlichen Körper. Zusammen mit der Kamera entdecken wir hier Landschaften, die denen in der Außenwelt überraschend ähnlich sind. Adern werden zu Flüssen, Haare zu Pflanzen, Körpereingänge zu Höhlen oder Eintritte in immer neue Universen.

 

Wie einem logischen Zusammenhang folgend, fließen die Videobilder, die mit Überlagerungen, Animationen und Nahaufnahmen spielen in- und auseinander. Die von dem Musiker und Künstler Anders Guggisberg komponierten Klänge verstärken ihre harmonische Wirkung. 

Innen ist hier wie außen und außen wie innen. Das zeigt die ständige Bewegung der gezeigten Bilder, die sich, auch wenn sie sich in Körper hineinbewegen, wieder nach außen öffnen. Diese Sicht erinnerst an spirituelle Denkweisen, die davon ausgehen, dass sich das Universum in jeder kleinsten Zelle spiegelt.

"Worry Will Vanish Horizon" ist schließlich auch von der Praxis des autogenen Trainings beeinflusst bei der man schrittweise durch den eigenen Körper wandert um diesen mit Hilfe der Autosuggestion zu entspannen. Die im rechten Winkel angeordneten Videoprojektionen scheinen einen mit offenen Armen zu empfangen, um sich dann in ihnen verlieren lassen zu können.














Foto: Martina Burandt 2015, Aquarium im Multiwattforum in Tönnig



Die zweite Videoinstallation der Ausstellung "Sleeping Pollen",  ebenfalls aus dem Jahre 2014, befindet sich im Raum gegenüber.

In dem abgedunkelten Saal hängen spiegelnde Metallkugeln wie Planeten in verschiedenen Größen auf unterschiedlicher Höhe. Aus ihnen werfen die in den Kugeln befindlichen Videokameras kaleidoskopartig Bilder von Pflanzen - Bäume, Gräser, Farne, Hagebutten - an die Wände.

Die Kugeln bewegen sich im Lufthauch des Raums wodurch die Bilder nicht starr an die Wänden geworfen sind. Aberwitzig erscheint uns, dass diese Kugeln im "wirklichen Leben" Supermarktkameras verstecken, mit denen Diebstähle entdeckt werden sollen. Nehmen sie sonst Bilder auf, so geben sie hier Bilder ab.

Zudem spiegeln sich die Besucher in den Kugeln und werden so selbst Teil der Insallation, Teil dieses weiteren Pipilotti-Universums, das geradezu sphärisch erscheint.

Verstärkt wird dies durch Klänge, die an Spieluhren erinnern, für Kinder die nicht einschlafen können. Hört man genau hin, erkennt man die Melodie der "Internationalen".


Pipilotti Rists Installationen wenden sich an den ganzen Menschen mit Körper, Seele und Geist. Aus einer Aussenwelt, die ständig schneller wird und uns in allen Bereichen immer mehr Aufmerksamkeit und Leistung abfordert, tritt  der Besucher dieser Ausstellung in eine wunderbar entspannendeTraumwelt.

Im Universum von Pipilotti Rist ist die Welt mit ihren biologischen Rhythmen kein Störfall. Hier kann man sich wohlfühlen, sich fallen lassen, sich schwerelos fühlen, sich verlieren um sich dann mit neuen Kräften und Visionen zurück in das verrückte "wirkliche Leben" zu stürzen. Und das erlebt man auch gerne ein zweites oder drittes Mal.

 

Martina Burandt

 


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Wie soll man bei all dem Mist sorglos sein?

Foto: Anja Ehgartner / www.anjafotografia.de

Lemming: Wie soll man bei all dem Mist sorglos sein?

Bu: Was meinst du?

Lemming: Hör dir doch die Nachrichten an. Da werden die Flüchtlinge begrüsst und willkommen geheißen. Selbst die Bildzeitung verteilt in Kioskes und Tankstellen Aufkleber mit "Refugees welcome!" Und plötzlich hört man wieder, dass Grenzkontrollen eingeführt werden. Die Länder bekommen nicht das Geld, was sie brauchen um die vielen Flüchtlinge aus Syrien menschenwürdig unterzubringen. Und jetzt arbeitet man schon wieder an der Verschärfung des Asylrechts. Wie denn nun - rein oder raus oder was?

Bu: Nicht immer im Außen schauen und sich dort verrückt machen lassen, rät die Yogaphilosophie. Immer erst bei sich selbst nachspüren, bevor man sich aufregt, urteilt, handelt.

Lemming: Du immer mit dieser Yogaphilosophie und den ganzen Verdrehungen. Ist das denn richtig, nur bei sich bleiben, wenn es in der Außenwelt rumpelt, schreit und schäppert?  Und da will man sich ja auch nicht nachsagen lassen, man drehe sich nur um sich selbst.

Bu: Aber tut man das nicht ohnehin letztendlich immer? Heißt doch auch nicht, dass man tatenlos bleibt, wenn man die Lage innen und außen erst einmal sorgfältig prüft.

Lemming: Hm...

...welchen Tatort gibt es eigentlich heute?

JJ: Ihr habt immer einen Denkstress. Wofür ist das gut? Das Leben ist nun mal voller Überraschungen und Abenteuer. Ich brauch nun eine Abkühlung! Wer kommt mit?

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